Sammeln Sie drei bis fünf verlässliche Quellen mit Häufigkeiten, Fehlerquoten oder Erfolgsraten, bevor Sie Details bewerten. Ob Projekte, Diagnosen oder Kampagnen: Eine schnelle Karte der Basisraten legt den Startpunkt fest. Erst danach fügen Sie Besonderheiten hinzu. Dieser Ablauf minimiert Überoptimismus und verhindert, dass ein einzelner spektakulärer Fall Ihre Einschätzung unverhältnismäßig dominiert.
Formulieren Sie eine präzise Vergleichsklasse: Für welches Vorhaben, in welcher Größenordnung, unter ähnlichen Bedingungen? Eine zu enge Klasse liefert Täuschungen, eine zu breite verschmiert Erkenntnisse. Notieren Sie Ihre Wahl schriftlich und begründen Sie sie. Dieses bewusste Festlegen macht Annahmen sichtbar, erleichtert spätere Lernschleifen und schützt vor nachträglichen Rechtfertigungen, die Lerngewinn verdecken könnten.
Geben Sie Wahrscheinlichkeiten in Intervallen an und prüfen Sie sie später gegen Ergebnisse. Nutzen Sie eine einfache Kalibrierungsnotiz: Aussage, Datum, Wahrscheinlichkeit, Ergebnis. Nach zehn bis zwanzig Einträgen sehen Sie Muster von Über‑ oder Unterkonfidenz. Schon diese Beobachtung schärft Urteile, stärkt Demut und erhöht die Bereitschaft, Basisraten als Fundament statt als Störgröße zu akzeptieren.